Einzylinder-, Boxermotoren
Juli 8, 2018

Ein Sternmotor entsteht

Auf Basis des im vorangegangenen Projekt beschriebenen Zylinders geht es in diesem Projekt um die Nachbildung eines vorbildähnlichen Sternmotors.
Bei zahlreichen Flugzeugen aus der Ära des Ersten Weltkrieges und der Zwischenkriegsjahre finden sich Stern- bzw. Umlaufmotoren. Mit dem von mir bereits gestalteten Einzylinder hatte ich eine Basis geschaffen, um das Design eines vorbildähnlichen 5-Zylinder-Sternmotors anzugehen. Grundliegende Idee war es, dass im Inneren des leeren Kurbelgehäuses der eigentliche Antriebsmotor des Flugmodells – ein Brushlessmotor – verborgen sein. Ich gestaltete das Motorengehäuse so, dass über einen Flansch die komplette Motorattrappe an den Kopfspant des jeweiligen Modells angeschraubt werden kann. Wieder wählte ich für den Maßstab 1:10. Das Design der Zylinder habe ich unverändert übernommen, die Auspuffrohre zeigen gleichsinnig nach einer Seite.
Die Zylinder werden im Kurbelgehäuse einfach in entsprechende Löcher eingesteckt und mit einem Tropfen Sekundenkleber fixiert, deren genaue Ausrichtung erleichtern kurze Flansche. Mit einem Außendurchmesser von 50mm und einer inneren Aufnahme von 30mm paßt der Sternmotor gut zu kleineren Modellen mit einer Spannweite von 1.000 mm.
Ein Sternmotor ist ein Verbrennungsmotor, bei dem mehrere Motorzylinder radial um die Kurbelwelle herum angeordnet sind. Sie arbeiten überwiegend nach dem Viertakt-Verfahren. Üblich sind bei diesen Motoren feststehende Gehäuse und eine rotierende Kurbelwelle. Es wurden aber auch Umlaufmotoren gebaut, bei denen die Kurbelwelle stillsteht und der Zylinderstern rotiert. Drehzahlen und Hubraum sind bei dieser Bauart aber durch die stark anwachsenden Massekräfte beschränkt.
Bedingt durch den Kreiselmoment des Rotationsmotors wird die Steuerbarkeit des Flugzeuges negativ beeinträchtigt. Ein Pluspunkt der Umlaufmotoren gegenüber Reihenmotoren war der Gewichtsvorteil, der insbesondere bei Einsitzern den Ausschlag gab. Bekannte deutsche Flugzeugmuster wie die FOKKER E I, bzw. der bekannte Dreidecker FOKKER DR I, aber auch die französischen MORANE-SAULNIER-Eindecker wurden daher von Rotationsmotoren angetrieben. Solche Motoren haben jedoch einen hohen Kraft- und Schmierstoffverbrauch, verlangen zudem nach hochwertigem Rhizinusöl. Dieses Öl rechnete im Ersten Weltkrieg auf deutscher Seite zu den knappen und daher rationierten „Sparstoffen“. Kein Wunder also, dass auch aus diesem Grund bei späteren deutschen Einsitzern wassergekühlte Reihenmotoren anzutreffen sind.
Gedruckt habe ich den 38g schweren Sternmotor aus silberfarbenem PLA. Ich war mit dem Gesamtergebnis zufrieden, werde mich aber zu einem späteren Zeitpunkt mit einer vorbildgetreuen Nachbildung eines Sternmotors machen- vielleicht ein ANZANI W3?