Pilotenbüsten
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Modelling von 3D-Scans
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Ein heute seltener, aber gern gesehener Gast

Nachdem ich den dreizylindrigen ANZANI W3 gebaut hatte, musste ein 7-Zylinder her.
Mein Besuch im Deutschen Museum war sehr interessant, wie ich im Artikel über den ANZANI W3 berichtet habe. Da ich noch Zeit hatte, beschloss ich auch die Flugwerft in Oberschleißheim zu besuchen. Eine gute Gelegenheit, um noch ein paar mehr Motoren, Cockpits, zu fotografieren und zu vermessen. „Mir fehlt noch ein schöner 7-Zylinder aus den 20er Jahren“, dachte ich mir, also ging ich in der Flugwerft auf die Suche. Einen Sternmotor, verbaut in einem Udet Flamingo, fiel mir sofort auf. Nach einem netten Gespräch mit dem Aufsichtspersonal konnte ich mich dem Objekt nähern und so Bilder aufnehmen und die wichtigsten Maße abnehmen.
In dem Gespräch stellte sich heraus, dass dieser Motor - ein Siemens & Halske Sh 14 - für Schul- und Übungsflugzeugen in der Zwischenkriegszeit genutzt wurde. Er war in Flugzeugen, wie dem Udet U12 „Flamingo“, der Focke Wulf Fw 44 „Stieglitz“, der Bücker Bü 133 „Jungmeister“ und vielen anderen Typen verbaut. Dennoch sind Originale heute sehr selten, also der perfekte Motor für mich!
Nachdem ich den passenden Motor gefunden hatte und die wichtigsten Maße besaß, konnte es mit dem Design der Nachbildung starten. Maßstab sollte 1:5 zu sein. Die Ventilstangen wollte ich nicht drucken, sondern wie beim ANZANI W3 durch Messingrohre ersetzen. Nach getaner Arbeit am Computer kommt das Vergnügen, wenn man mit dem Druck der einzelnen Teile beginnt und das Ergebnis „greifbar“ wird. Schließlich waren alle Teile fertig, die Messingstangen passend abgeschnitten und alle Komponenten nach und nach miteinander verklebt. Ein besonderes Highlight dieser Nachbildung ist der Auspuff, genauer gesagt der ringförmige Sammler vor dem Kurbelgehäuse. Hier war ich besonders überrascht, wie genau mein Drucker die Vorgaben der Konstruktion umsetzten konnte. Sämtliche Auspuffrohre ließen sich exakt in Aussparungen am jeweiligen Zylinder einsetzten und anschließend verkleben. Insgesamt eine stabile und gut aussehende Verbindung! Natürlich habe ich aus diesem neuen Produkt einen vorbildgetreuen Anstrich verpasst, der auf einige Betriebsstunden hinweist. Schließlich soll die Nachbildung so vorbildgetreu wie möglich aussehen!