Fünfzylinder-Sternmotor
Juli 8, 2018
Flugzeug-Reihenmotoren
Juli 8, 2018

Ein Motor kann nicht „einzylindrisch“ genug sein!

Nachdem ich erste Nachbildungen von Reihenmotoren im Maßstab 1:10 erstellt hatte, ging es jetzt an luftgekühlte Exemplare.
Nachdem ich mit zwei Nachbildungen von Flugzeug-Reihenmotoren erste ermutigende Erfahrungen gemacht hatte, sollte es nun mit luftgekühlten Motoren weitergehen. Zwei bis fünf Zylinder, entweder in gegenüberliegender Anordnung oder als Sternmotor. Dies insbesondere deshalb, weil man bei einem RC-Flugmodell leicht Motorattrappen anbringen kann, die den Eindruck von Boxer- oder Sternmotoren vermitteln. Man findet deren Vorbilder oft in der Pionierzeit der Fliegerei, d.h. in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. In der berühmten Blériot XI beispielsweise war ein Anzani-Motor verbaut, drei Zylinder in W-Anordnung brachten das Flugzeug mit 25 PS auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 70 km/h. Auch Leichtflugzeuge der Zwischenkriegszeit – beispielsweise die KLEMM KL 20 - waren mit luftgekühlten Leichtmotoren ausgerüstet. Hier lieferte ein Daimler F 7502 mit zwei Zylindern gerade einmal 24 PS. Beide Flugzeugmuster sind in den unterschiedlichsten Maßstäben auf Modellflugplätzen anzutreffen, auch Baukästen finden sich bei vielen Herstellern.
Bei luftgekühlten Flugzeugmotoren sind insbesondere die Nachbildung von Ventilen, Ventilstangen und Kühlrippen nicht ganz einfach. Fertige Spritzgußteile findet man bei der amerikanischen Firma William Brothers. Deren sehr schön gemachte Nachbildungen von Einzelzylindern lassen sich gut zu Sternmotoren kombinieren. Die Auswahl ist aber übersichtlich. Grund genug für mich, aktiv zu werden. Mein erstes Werk sollte nicht exakt einem Vorbild entsprechen, sondern eher vorbildähnlich sein.
Pate für meine Konstruktion eines Zylinders war der Anzani A2, der interessanterweise im Original nur eine Ventilstange hatte. Als Maßstab legte ich 1:10 fest, damit auch mein Vater als erneuter Auftraggeber, damit etwas anfangen konnte. Anhand von Fotografien aus dem Web – empfehlen kann ich die Seite des Smithsonian National Air and Space Museum - erstellte ich ein erstes Design, das nach einigen Probedrucken noch verfeinert wurde. So entstand ein Einzelzylinder, aber auch nebeneinander liegende Zylinderpaare.
  • Perspektive Einzelzylinder
  • Von der Seite Einzelzylinder
  • Draufsicht Einzelzylinder
  • Perspektive Boxerzylinder
  • Von der Seite Boxerzylinder
  • Draufsichtboxerzylinder
Alessandro Anzani war ein italienischer Ingenieur und Rennfahrer. Insbesondere wurde er durch seinen 1909 gefertigten W-Motor bekannt, den Louis Blériot im Jahre 1909 nutzte, um als Erster den Ärmelkanal in einem Flugzeug zu überqueren. In seiner Jugend war Anzani zunächst als Radrennfahrer aktiv, um dann auf das just entwickelte Motorrad zu wechseln und Weltmeister zu werden. Nach seiner Ausbildung zum Techniker ging Anzani nach Frankreich. 1907 machte er sich mit seiner Motorenfertigung selbständig. Nach dem Erfolg der Blériot XI liefen die Geschäfte ausgezeichnet. Mit dem Aufkommen von Umlaufmotoren konzentrierte sich Anzani wieder auf die Herstellung von Motorradmotoren, ohne die Flugmotorproduktion jedoch ganz einzustellen.
Wie schon bei den beiden vorangegangenen Reihenmotoren verwendete ich meinen 3D-Drucker, als Material kam PLA zum Einsatz. Die beim FDM-Druck auftretenden leichten Stufen beseitigten wir vor der Bemalung mit 500er Schmirgelpapier. Das fertige Produkt kann jetzt noch bemalt, oder auch direkt am Modell angebracht werden.
  • 5_Einzelzylinder
  • 4_Einzelzylinder
  • 3_Einzelzylinder
  • 2_Einzelzylinder
  • 1_Einzelzylinder
  • 5_Boxerzylinder
  • 4_Boxerzylinder
  • 3_Boxerzylinder
  • 1_Boxerzylinder
  • 1_Boxerzylinder