Modelling von 3D-Scans
Januar 22, 2019
Gnôme 9J
April 11, 2019

Eine Legende, die Luftfahrtgeschichte geschrieben hat

Mein Qualitätsanspruch steigt und damit auch die Anforderungen an die Originaltreue!
Mit den Erfahrungen aus vorangegangen Projekten wollte ich mich nun an einen aufwendigeren Motor wagen. Auch der Maßstab der Reproduktion sollte nun eher in Richtung der Originalgröße gehen, ich wählte dazu 1:4. Einige Vorbilder aus der „Golden Age Zeit“ waren mir aus Büchern, Museumsbesuchen und Internetseiten bekannt. Doch ich wollte einen ganz besonderen Motor, der Gesichte geschrieben hat. Viele von Ihnen werden wissen, dass Louis Blériot mit seiner Blériot XI den Ärmelkanal am 25. Juli 1909 überquerte. Dies brachte ihm internationale Berühmtheit ein und diese Pionierleistung war ein großer Schritt für die Entwicklung der Fliegerei. Den Antrieb dieses legendären Flugzeuges bewerkstelligte ein 25 PS starker ANZANI W3. Diesen Motor wollte ich so exakt wie möglich nachbauen! Nur fehlten mir dazu die genauen Maße des Motors. Nach einiger Recherchearbeit hatte ich erfahren, dass das Deutsche Museum in München über den gesuchten Motor verfügt. Also entschloss ich mich, dorthin zu fahren. Vielleicht könnte ich am Original die benötigten Maße abnehmen und Fotos machen.
Dort angekommen hatte ich doppeltes Glück: Der ANZANI war nicht nur in eine Bleriot XI eingebaut, sondern das Flugzeug stand ausnahmsweise auch am Boden und hing nicht – wie üblich – an der Decke! Freundliche Angestellte des Museums erlaubten es mir dem Exponat näher zu kommen, so dass ich viele Bilder aufnehmen und den Motor in allen Einzelheiten vermessen konnte. Wieder zuhause angekommen, begann ich mit der Konstruktion am Computer. Um Material und Druckzeit zu sparen, hatte ich die Idee, für die glatten Zylinderteile PVC-Rohre zu verwenden. Der Zylinder musste in zwei Teilen gedruckt werden, um höchstmögliche Qualität bei den Kühlrippen zu erreichen. Nach einigen Stunden und mehreren Probedrucken war ich mit meiner Konstruktion zufrieden. Rasch waren sämtliche Teile erstellt und der ANZANI W3 konnte zusammengebaut werden. Das Ergebnis lag auf meiner Werkbank und sah so aus wie der kleine Bruder seines Vorbildes!
Nun war der Motor fertig, doch irgendetwas fehlte noch. Na klar, die Farbe! Schließlich war das Vorbild weder grau noch aus Kunststoff. Erneut musste ich ausprobieren, denn bislang hatte ich noch keine Erfahrung, wie man vorbildgetreu einen solchen Motor bemalt. Dazu habe ich mich bei den Modellbauern von Plastikmodellen umgehört und viele tolle Hinweise gefunden. Nach einigen Versuchen wurde ich immer besser, der ANZANI W3, durch Farbe und Alterungseffekte ergänzt, gleicht jetzt dem Vorbild in einer Weise, wie ich es nicht für möglich gehalten hätte!